Vererbte Rudelstellungen

Die vererbten Rudelstellungen der Hunde (Phillip, Joseph, Karl Werner)

Um über die Besonderheiten der Stellungstypen zu erfahren, besuchte meine Mitarbeiterin Frau Graf ein Seminar bei Barbara Ertel.

Jeder Hund soll, individuell ausgeprägt, mit Wissen und Fähigkeiten einer bestimmten Stellung im Rudel geboren werden(Geburtsstellung) Er trägt also laut Erthel in sich, ob er eine Leithundfunktion ausüben könnte oder ein Bindehund wäre (ganz vereinfacht Chef oder Angestellter).

Diese Theorie soll für die Halter im Zusammenleben mit Hunden eine wesentliche Rolle spielen. Erstens: Welchen Erziehungsweg gehe ich mit meinem Hund? Zweitens: Warum zeigt mein Hund eventuell Verhaltensauffälligkeiten? Drittens: Bei Mehrhundehaltung – Warum gibt es immer wieder „Krach“ zwischen den Hunden.

Auf dem Workshop von Barbara Ertel ging es vorrangig darum, praktisches Wissen um die Stellungstypen zu vermitteln und die mitgebrachten Hunde einzuschätzen.

In vielen ihrer Aussagen konnte ich zwar immer wieder Auszüge unserer Philosophie über die Arbeit mit Hunden entdecken, (im Zusammenleben mit einem Hund geht es nicht primär darum, dem Hund Dinge wie „Sitz“ und „Platz“ beibringen zu müssen in dem Glauben, dann der „Alpha“ zu sein. Es geht einzig und allein darum, den Hund von den tatsächlichen Führungskompetenzen seines Halters zu überzeugen! Und das ganz individuell und möglichst unter Berücksichtigung der Besonderheiten seines Hundes), das Rudelstellen aber als Weg zu einem zuverlässigen Miteinander zu nutzen, möchte ich dennoch ablehnen.

Tiefergreifende Recherchen nach dem Seminar ließen in mir starke Zweifel und offene Fragen in Bezug auf Glaubwürdigkeit der Entstehungsgeschichte und dem aus meiner Sicht tierschutzrelevantem Umgang mit sogenannten Fehlstellungen von Hunden aufkommen.

Ihre Anke Graf

2 Kommentare
  1. Schwarzer sagte:

    Seit 2007 war ich fast 6 Jahre lang Kunde der Hundeschule und habe dort viel gelernt. Jetzt habe ich ein Nachrangteilrudel und freue mich über den sachlichen Beitrag über Rudelstellungen.
    Einen Satz möchte ich gern kommentieren: Auch der Leithund wird vom Menschen geführt. Das entspricht auch meiner Auffassung, nur unterscheidet sich die Art der Führung. Ein ( stellungsstarker) Leithund ist in der Lage selbst Entscheidungen zu treffen und sollte das auch dürfen. ZB. entscheidet mein Nachrangleithund selbst, wohin er spazieren gehen möchte. Wenn das aus menschlichen Gründen nicht möglich ist, erkläre ich es ihm und wir finden einen Kompromiss. Er entscheidet, wohin er sich legen möchte und wird nicht von mir auf einen Platz geschickt. Er fährt nicht gern Auto, wenn er aber mit muss, erkläre ich ihm am Tag vorher, wohin wir fahren und warum.

  2. Jens Anders sagte:

    Hallo Frau Schwarzer, vielen Dank für Ihren konstruktiven Beitrag. Ich muss gestehen, das ich jedesmal von Ihrer Arbeit mit Ihren Hunden sehr angetan war.
    Auf jedem Hund, den Sie nacheinander arbeiteten, haben Sie sich individuell eingelassen. Die Stärken und Schwächen erkannt und diese genutzt, um jedesmal eine gesunde
    Mensch Hund Beziehung aufzubauen. Einfach toll!
    Ich bin nun prinzipiell der Auffassung, dass auch ein Leithund Führung braucht. Sie schreiben, dass ein stellungsstarker Leithund in der Lage ist, selber Entscheidungen zu treffen
    und da bin ich ganz Ihrer Meinung. Sie merken an, „das soll er auch dürfen“. Und ich bin der Auffassung, solange er es darf, ist das auch durchaus vertretbar.
    Vorausgesetzt, dass auch ein stellungsstarker Leithund ein „nicht dürfen“ durch den Menschen akzeptiert.
    Ich bin dieser Auffassung, weil ein in sich geschlossener Kreis (hier das Nachrangteilrudel) zwar miteinander in Harmonie umgehen, die territoriale Besonderheit in der das Rudel lebt aber nun mal
    nicht ausser Acht gelassen werden kann. Territorial, weil auf Grund des Lebensraumes mit unvorhersehbaren Ereignissen zu rechnen ist und ein planen und organisieren, also eine Absprache nicht immer möglich ist.
    Ein stellungsstarker Leithund, der auch seine Aufgabe gesund ausleben kann, ist ein faszinierendes Tier. Es ist aber noch immer ein selbstbewusster und sehr charakterstarker Hund in der Welt der Menschen.

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.