Welpenspiel versus Welpenschule

Leider wird es noch heute, also über zwanzig Jahre nach internationaler Anerkennung diverser Studien, mit der inhaltlich wertvollen Arbeit beim Welpenspiel nicht so genau genommen.
Ob groß oder klein, älter oder jünger, selbstbewusst oder unsicher, alles was Pfoten hat kann ganz getrost auf der Wiese toben. Und wenn es zu arg wird, dann greift der Halter oder im ungünstigsten Fall der Trainer oder die Trainerin ein.Noch bedenklicher wird es, wenn in einem Welpenspiel adulte Hunde involviert werden.
Eine professionelle Hundeschule ist eigentlich außerordentlich selten in der Lage, ein für Welpen gesundes und nachhaltiges Welpenspiel zu organisieren.
So ist es z.B. ein UNBEDINGTES MUSS, dass Spielgruppen nie größer als 6-8 gleichaltrige, in Konstitution, Reifegrad und Temperament ähnliche Welpen beinhalten!

Stressmanagement Hundeschule

Stressmanagement, eine Voraussetzung für ein gruppendynamisches Miteinander

Eigentlich eine sehr simple und nachvollziehbare Regel, wenn man sich an die Formen des Lernens eines Hundes (egal ob Welpe, Juvenil oder Adult) hält. So ist es unbestritten, dass ein unsicherer Welpe bei Kontakt zu einem sehr selbstbewussten Welpen nicht sicherer sondern wesentlich unsicherer wird und der selbstsichere Hund im Gegensatz an Selbstbewusstsein gewinnt. Wie soll es auch anders sein? Ein ängstlicher Welpe kann durch einen kleinen Draufgänger nicht selbstbewusster werden. Er kann nur eine Strategie entwickeln, mit dieser Situation umzugehen. Es sei denn, eine Strategiefindung wird durch das Eingreifen von Halter oder Trainer überflüssig. Beide Lerninhalte, Strategie und Einmischung, hinterlegen im Hund Erkenntnisse, auf die er dann im juvenilen Stadium und mit Beginn der Pubertät zurückgreifen wird.

Hier ist dann sehr oft zu erleben, dass trotz „Welpenspiel“ der Hund nun Aggressionen zeigt.
Mindestens folgende Definitionen sollten zusätzlich bei der Suche nach einer Welpenspielgruppe berücksichtigt werden.

Welpenspiel

Nicht nur die eindeutigen, auch die unscheinbaren Signale gilt es für den Halter richtig zu deuten

An das Lernen und Spielen einer Welpengruppe mit einem Alter von 8 –10 Wochen werden ganz andere Rahmenbedingungen geknüpft als an eine Hundegruppe älteren Durchschnitts. Nicht alles, was nach Spiel aussieht, ist auch tatsächlich Spiel! Auch wenn das Umhertollen so sehr nach Harmonie aussieht.

Jeder Eigentümer eines Hundes sollte sich bewusst sein, dass ein Spiel unter zwei Welpen, die sich in Alter, Konstitution, Reifung und Temperament ähneln inhaltlich wesentlich gesünder ablaufen wird als in einer Gemeinschaft mit individueller Vielfalt.

Während nun ein gesundes Welpenspiel ohne Bedenken ausgelebt werden kann und ein Intervenieren durch den Halter in dieser Entwicklungsphase destruktiv wäre, sind in Folge dann Welpentraingsprogramme, die sich an das natürliche und tatsächliche Leben des Welpen orientieren, für eine auf Vertrauen und Respekt basierende Hunde – Mensch – Gemeinschaft unerlässlich. Erst die Bindung, dann die Zuverlässigkeit und dann die größt mögliche Freiheit für den Hund. In dieser Abfolge sollte nun ans Werk gegangen werden.

*Prägespiel ist ein etwas irreführender Begriff, da es Prägung im eigentlichen Sinne bei Hunden nicht gibt.